Ora et labora

Auch am zweiten Morgen bin ich nicht gegen meinen Biorhythmus angekommen, sondern war um 5 Uhr hellwach. Das $5-Müsli ist jeden Cent wert. Internet-Videotelefonie erlaubte mir einen Einblick in das nachmittägliche Berlin. Herzlichen Glückwunsch übrigens an Hamburg zur Kandidatur für die Olympischen Spiele!

Habe jetzt mein eigenes Büro in der Gemeinde, direkt neben Ingrids. Darin steht die neue vielgelobte Bonhoeffer-Biographie von Metaxas, von der ich hoffe, sie in der Zeit hier mal lesen zu können, nachdem ich mich durch Protokolle und Handbücher gearbeitet habe. Im Kirchengebäude hat man das Gefühl, sich in einer Escher-Lithographie zu befinden. Auch eine Gitarre steht mir nun zur Verfügung, die bereits bei einer Andacht in einem Pflegewohnheim in Edmontons Süden zum Einsatz kam. Zuvor stand aber noch eine Besprechung mit Chelsy von der anglikanischen Kirche vor Ort an, um Gründonnerstag und Ostern zu planen, die die lutherische und die anglikanische Trinity-Gemeinde gemeinsam begehen werden.

Am Nachmittag beim Community-Dinner wieder viele nette Leute kennengelernt, darunter einige, die deutsche Wurzeln haben – hier in Kanada hat jeder „Migrationshintergrund“. Mitglieder der Holy Trinity Anglican Church haben kostenfrei Essen für die Menschen der Gegend angeboten, was von vielen gerne angenommen wurde. Viel Freude und Lachen gab es bei einer Fotosession des Church Council (Gemeindekirchenrat) für den nächsten Gemeindebrief. Anschließend tagte selbiges, um sich nach Neuwahlen Anfang März zu konstituieren und Ämter zu besetzen. Leider musste ich zur Pause gehen, mein Schlafmangel hatte sich bemerkbar gemacht. Ich freue mich auf morgen!

PS: Sollte euer Laptop einmal nicht mehr starten und ein Dauerpiepsen von sich geben, klingt das unter Umständen wesentlich schlimmer als es ist. Bei meinem zumindest hat es genügt, das Netzteil und den Akku zu entfernen und ca. 15 Sekunden den Power-Knopf zu drücken. Klingt nach Zauberei, hat aber funktioniert, sonst gäbe es diesen Blogeintrag nicht.

PPS: Zusätzlich zu oben Beschriebenen muss man dann noch die F10-Taste gedrückt halten, während der Computer startet, wie ich heute morgen noch festgestellt habe (habe ich gestern auch gemacht, aber damals nicht ganz ernst genommen. Das scheint also ein integrativer Bestandteil dieses Zauberrituals zu sein.)