Wie aus dem letzten Beitrag ersichtlich ist, habe ich am Sonntag gepredigt. Montag war mein letzter Tag bei Dale und Ruth, den ich hauptsächlich mit packen und aufräumen verbracht habe. Jetzt wohne ich bei Andrea und Markus in der Neighborhood Riverdale, also der Nordseite des Saskatchewan Rivers. Der Dienstag war mit einem Meeting zu Liturgie und Musik im Gottesdienst sowie einer kurzen Andacht für die gesamte Seniorenschaft der Gemeinde vormittags gut ausgelastet. Am Nachmittag bin ich zu Vorträgen zum Thema „Gerechtigkeit“ in eine römisch-katholische Native-Church gefahren, die Sacred Heart Church: Eine faszinierende Mischung aus europäischem Christentum und Symbolik der Ureinwohner. In den Vorträgen wurde über Obdachlosigkeit in Edmonton gesprochen (die es in fünf Jahren nicht mehr geben soll), über Hausdämmung (wieso sollte man sparen? Energie ist hier doch spottbillig!) und über erneuerbare Energien und Umweltschutz (obwohl es doch mit Kohle und Öl so toll funktioniert, das findet man hier doch überall). Am Abend haben mich dann Dale und Ruth zum Abschied in ein phänomenal leckeres Steakrestaurant eingeladen.
Außer Andrea, Markus und mir wohnen an meiner neuen Stätte noch sechs(!) Haustiere: Zwei Katzen, ein Hund und drei Hühner. Eine wunderbare Wohngemeinschaft. Immer im Mittelpunkt steht natürlich der vier Monate alte Kater Felix, der entweder albern oder verschmust ist. Katze Coco ist bislang eher unauffällig (aber auf Avancen reagiert sie sehr anhänglich) und die alte Hündin Julia beherrscht die Kunst, im Weg zu liegen und bei jeder Streicheleinheit furchtbar dankbar zu schauen. Von den Hühnern habe ich bislang nur Roxy persönlich kennengelernt, die ihre Nächte im gesonderten Käfig verbringen muss, um aufzuhören, imaginäre Eier auszubrüten, was Hühner anscheinend manchmal machen, wenn sie unbedingt brüten wollen. „Entglucken“ nennt man diesen Vorgang.
Morgen fahre ich für ein paar Tage nach Drumheller. In der Zeit werde ich dann wahrscheinlich keine Einträge schreiben, nicht auf E-Mails reagieren und nicht skypen können. Soll aber eine faszinierende Gegend sein – jeder, mit dem ich darüber gesprochen habe, war davon begeistert. Natürlich nehme ich die Kamera mit. Die gegend ist neben ihren Canyons und Hoodoos vor allem dafür bekannt, dass dort viele riesige Dinosaurierskelette ausgegraben worden sind, die man dort im Museum bewundern kann. Details folgen dann nach meiner Rückkehr.