Neulich habe ich gelernt, dass Maschinenbauer von „Titangummi“ sprechen, wenn sie für ihre Konstruktionen ein Material mit unmöglichen Eigenschaften benötigen. In Edmonton hat man es immerhin schon geschafft, Stahlgummi zu erfinden. Es sollte in einer Brücke über den Saskatchewan River verbaut werden – eine zweifelhafte Entscheidung des Statikers.
Aber mal ernsthaft: Niemand weiß, was dazu geführt hat, dass sich zentimeterdicke Stahlträger innerhalb weniger Minuten scheinbar von selbst so verbogen haben, dass der gesamte Brückenbau sich bis zu einem Jahr verzögern könnte. Ein physikalisches Wunder? Hexenwerk? Auf jeden Fall etwas, worüber jetzt die ganze Stadt spricht. Und ja: Es ist reiner Zufall, dass diese größte Merkwürdigkeit, die es bei Infrastrukturprojekten in Edmonton je gab, ausgerechnet an dem Tag geschah, als ich an der Baustelle vorbeifuhr!
Tja, die Fotos im Internet von der Gummibrücke über den Saskatchewan sind schon phänomenal – vielleicht hätten Deine kanadischen Freunde man doch eher auf die in dieser Nacht demontierten Teile unserer guten alten Spandauer Freybrücke (Baujahr 1913!) zurückgreifen sollen – eine richtig feste, mit schweren Vorschlaghämmern genietete Stahlkonstruktion!
„…Zur Aufstellung des 1600 Tonnen schweren Überbaus wurde ein Kran mit 26 Meter Stützweite und 11 Meter lichter Höhe verwendet. Zwei elektrisch betriebene Laufkatzen von je zwölf Tonnen Tragkraft hoben und versetzten die Tragwerkteile. Die Baustoffe und Eisenteile wurden auf dem Fluss zur Baustelle transportiert und auf Feldbahnwagen zum Gerüst gefahren…“ (wiki)
Leider verschläfst du nun wohl auch noch unsere schöne Berliner „Sofi“ (Sonnenfinsternis), die gleich um 10:47 Uhr MEZ (3:47 EZ, Edmontonzeit) mit immerhin 78,8 % Magnitude uns gefühlte Dunkelheit und gewisse Aufregung den Photovoltaik-Stromversorgern beschert…
Beste Grüße zum sonnigen Berliner Frühlingsanfang von Siegfried.